Anil Fastenau, Global Health-Berater der DAHW, während eines Projektbesuchs in Pakistan: „Wir könnten noch vor 2030 eine Eliminierung erreichen.“ (Foto: ALP/ DAHW)

Die "Vergessene Krankheit" Lepra endlich beenden:

Schritt für Schritt, Land für Land

Die gute Nachricht ist: Es ist möglich, bestimmte Länder komplett von der Lepra zu befreien. In Pakistan befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden und wollen die Eliminierung der Krankheit bis 2030 erreicht haben. Aber in manchen Regionen zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Wir sind optimistisch: Das Ziel, Lepra in bestimmten Ländern komplett zu eliminieren, ist in greifbare Nähe gerückt. In Pakistan beispielsweise befinden wir uns auf der sogenannten „Letzten Meile“. Dort werden noch etwa 300 neue Lepra-Fälle pro Jahr verzeichnet. Wenn wir jetzt unsere Anstrengungen bündeln, ist unser Vorhaben, die Krankheit in den kommenden sechs Jahren ganz aus Pakistan verschwinden zu lassen, sehr realistisch.

„Zero Leprosy“ ist erreichbar

Global Health-Berater Anil Fastenau ist federführend verantwortlich für die Umsetzung dieser Strategie. „Ich kenne die Menschen, die in Pakistan für uns und unsere Partnerorganisationen arbeiten, sehr gut“, erklärt er. „Das sind Profis, die wissen, was sie tun. Mit ihrer Expertise und unserem konkreten Fahrplan können wir sogar noch vor 2030 eine Eliminierung erreichen.“

Foto: Anil Fastenau / DAHW

Dieser „Fahrplan“ besteht aus mehreren Komponenten: Einerseits werden gerade alle Lepra-Fälle der vergangenen 20 Jahre auf einer Karte – einer Art Geoinformationssystem – verzeichnet, um sogenannte Cluster zu finden. Anhand dieser Karte wird dann gezielte Fallsuche betrieben, um unentdeckte Lepra-Erkrankungen zu finden, zu diagnostizieren und zu behandeln. Mögliche Kontaktpersonen erhalten eine Prophylaxe, um zu verhindern, dass sie erkranken, und Übertragungswege werden abgeschnitten. „Abgerundet wird die Strategie durch Schulungen des Gesundheitspersonals und Informationskampagnen, um in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen“, so Fastenau weiter. „Alles zusammengenommen sollte uns eine geeignete Grundlage verschaffen, um unser Ziel Zero Leprosy zu erreichen.“

„Wir lassen die Menschen nicht im Stich, auch nicht, wenn ihre Erkrankung vorüber ist“

Auch der Vorstand der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe, Patrick Georg, zeigt sich erfreut über diese Aussicht: „Nach jahrzehntelanger Arbeit diesem konkreten Ziel so nah zu sein, erhöht unsere Motivation noch einmal gewaltig“, so Georg. Aber er weiß auch: Nicht in allen Projektländern sind die Aussichten so gut. „In Indien beispielsweise haben wir immer noch rund 104.000 Neuerkrankungen im Jahr“, erklärt Georg, „die Betroffenen müssen oft mit – man muss es so sagen – entsetzlichen Wunden leben, mit Stigmatisierung und Diskriminierung.“ Und auch in Projektländern wie Nigeria und dem Senegal sind die Menschen weiterhin sowohl von der Krankheit selbst als auch von ihren Folgen betroffen.

So unterschiedlich also die vielen Projektländer der DAHW sind, so unterschiedlich gestaltet sich auch die Lepra-Situation vor Ort. Deshalb arbeiten wir sehr bedarfsorientiert. Das Gießkannenprinzip ist nicht zielführend. Schließlich sind wir eine spendenbasierte Hilfsorganisation – und wir sind es unseren Unterstützer:innen schuldig, ihre Mittel sinnvoll einzusetzen.

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Damit das so bleiben kann, sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen. „Wir laden jede und jeden ein, uns auf dieser letzten Meile zu begleiten, uns den entsprechenden Anschub zu geben, um die Ziellinie zu erreichen.“ 

Für viele Menschen im Globalen Norden ist Lepra eine Krankheit der Vergangenheit, eine, die heutzutage keine Bedeutung mehr hat. Wir arbeiten Tag für Tag daran, dass diese Vorstellung irgendwann Wirklichkeit wird.“

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